Langlauf

Wettkämpfe

Schulen und Skiverband ziehen an einem Strang

aus dem Bereich Langlauf erstellt am 01.11.2012 um 18:58 Uhr
Von: Josef Wanninger

Wenn es nach den Verantwortlichen des Skiverbandes Bayerwaldes geht, sollte das Skilanglaufzentrum Finsterau bald zum Anlaufpunkt von Schulen und Wintersportvereinen werden. Bürgermeister Gibis und Schulamtsdirektor Grabl haben die Initiative aufgegriffen.

Knapp 50 Teilnehmer aus den Schulen und Wintersportvereinen des Landkreises Freyung-Grafenau waren der Einladung von Skiverbandspräsident Hans Plötz zum „Postwirt“ nach Rosenau gefolgt. Plötz konnte neben zahlreichen Schulleitern, Vereinsvorständen und Verantwortlichen aus den Reihen des Skiverbandes Bayerwald auch Schulamtsdirektor Werner Grabl, BLSV-Vorsitzenden Heinrich Lenz und Bürgermeister Max Gibis (Mauth) begrüßen.

„Schon lange nicht mehr war der Skiverband Bayerwald in seinen Disziplinen so erfolgreich wie im vergangenen Winter, zahlreiche bayerische und deutsche Meistertitel belegen dies“ so Hans Plötz in seinem Eingangsstatement. Mit Florian Graf, Severin Freund und Julia Eichinger kämen Athleten aus den Landkreis Freyung-Grafenau, die den Sprung in die Weltspitze bereits geschafft haben. Im Schüler- und Jugendbereich habe man darüber hinaus eine Reihe von hoffnungsvollen Talenten, die auf den besten Weg dorthin seien. Sorge bereite ihm aber, dass der Nachwuchs für den Skisport dramatisch wegbröckle. Die Teilnehmerzahlen an den regionalen Rennen gingen stetig zurück.

Andreas Fuchs (alpin), Josef Wanninger (Langlauf) sowie Hermann Kastl und Sepp Schneider (Biathlon) gaben dann von Seiten des Skiverbandes einen Überblick über die Situation der Kadermannschaften und Nachwuchsgewinnung. In vielen Punkte kam man  über die drei Disziplinen hinweg zu einer übereinstimmenden Einschätzung: rückgängige Kinderzahlen, hohe sportliche (Training/Wettkämpfe) und schulische Anforderungen, hohe Kosten für den Wettkampfsport und mangelnden Trainern und Betreuern in den Vereinen werden den Skisport in naher Zukunft vor große Probleme stellen. Speziell im Bereich Langlauf bzw.  Biathlon sei die Situation regional im Landkreis Freyung-Grafenau aber auch sehr unterschiedlich: durch die sehr vorbildliche Nachwuchsarbeit des WSV Eppenschlag und des WSV Grafenau gebe es westlichen Landkreis  viele junge  Skisportler, während es im nordöstlichen Teil (Region Mauth-Freyung) trotz hervorragender Möglichkeiten (z. B. Langlaufzentrum Finsterau) kaum Nachwuchsläufer vorhanden sind. Alle Referenten betonten, dass die Zusammenarbeit mit den Schulen in Zukunft noch stärker ausgebaut werden müsste. Während bei den weiterführenden Schulen die Unterstützung der Kaderathleten (z. B. Freistellungen für Rennen, Schulaufgabenplanung) im Mittelpunkt stehe, seien v. a. die Grundschulen der wichtigste Kooperationspartner, um künftig wieder mehr Kinder für den Skisport zu begeistern.

Schulamtsdirektor Werner Grabl betonte, dass ihm der Skisport sehr am Herzen liege. Er zeigte anschließend die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen auf. Gerade die Gründung von Sportarbeitsgemeinschaften (SAG) wäre eine gute Möglichkeit mehr Skisport in die Schulen zu bringen. Im Landkreis Freyung-Grafenau gebe es bisher nur wenige im alpinen Bereich und gar nur eine im Langlauf. Dabei biete eine SAG für vereine und Schulen eine ganze Reihe von Vorteilen. Das Training zähle als schulische Veranstaltung und es bestehe daher auch Versicherungsschutz. Die SAG benötige aber fachkundiges Personal (Sportlehrer oder Übungsleiter) und werde auch staatlich gefördert (140 € für Verein).

Im Anschluss an den Vortrag von Werner Grabl schloss sich eine rege und konstruktive Diskussion an. Neben dem Aufzeigen von Problemen wurden auch immer wieder erfolgversprechende Ansätze vorgestellt, so etwa wie etwa die Zusammenarbeit zwischen der Grundschule Grafenau und dem WSV Grafenau bzw. der Biathlonsparte des Skiverbandes. Spontan kam an diesem Abend auch noch die Gründung einer SAG (Langlauf) zwischen der Grundschule Spiegelau und dem Nordic Team Klingenbrunn zustande. Ein Wunsch der Runde war außerdem, dass der Skiverband Bayerwald am Kultusministerium vorstellig werden so, damit auch im Landkreis Freyung-Grafenau ein oder mehrere Partnerschulen des Wintersports geschaffen werden.

Zum Abschluss der Diskussionsrunde wurde nochmals die intensivere Nutzung des Skilanglaufzentrum Finsterau aufgegriffen. Bürgermeister Max Gibis vereinbarte noch am selben Abend einen Termin mit Schulamtsdirektor Grabl, dass die umliegenden Wintersportvereine und Schulen zu einem Gespräch am 14. November nach Finsterau eingeladen werden. Ziel sollten voran Schnuppertage für Schulen in den Disziplin Langlauf und Biathlon sein. Daraus könnte sich dann anschließend wieder ein verstärktes Vereinstraining entwickeln. Auch Biathlonsportwart Sepp Schneider sagte die Unterstützung durch den Skiverband und die Bereitstellung von Luftgewehrständen und auch Lasergewehren zu.